Wilde Pferde

Warum wir mit dem Reiten aufhören

Aktualisiert: 3. Sept.

Für uns beide (Kristina Gau Hiltbrunner und Fenja Königsmann) hat sich in den letzten Wochen und Monaten einiges verändert. Wir sind beide immer noch überrascht über alles, was in der letzten Zeit passiert ist. Kristina hatte auf ihrem Blog bereits zwei kritische Artikel über das Thema Reiten veröffentlicht und einen Vortrag über das Reiten in Intervallen gehalten. Für sie änderte unser gemeinsames Sonntagsgespräch dann alles. Nachfolgend möchten wir euch an unseren Erkenntnissen und Gedanken teilhaben lassen.

Videos:

Reiten Teil 1: Schadet Reiten dem Pferd

Reiten Teil 2: Sollten wir mit dem Reiten aufhören?

Riding English Version: Should we stop riding our horses?


© imantsu/canva.com

Kristina

Zu diesem Zeitpunkt reite ich seit gut 25 Jahren. Ich zähle mich zu den mutigen Reiterinnen, habe keinerlei Angstgefühle auf ein Pferd zu steigen. Ich bin Dressur und Springen geritten, war Westernreiterin und berittene Bogenschützin. Ich habe viele Ausritte gemacht und Trailübungen absolviert, mich in verschiedenen Reitweisen weitergebildet und bin auf Freizeitturnieren gestartet. Ich bin verschiedenste Pferderasse geritten und auch die Pferde meiner Kunden. Also zusammengefasst, Reiten ist ein großer Teil in meinem Leben. Ich liebe das Gefühl, die Kraft und Leichtigkeit.

In den letzten Monaten ritt ich dann schon nur noch in kurzen Intervallen, um den Pferderücken zu schonen und vor Überlastung zu schützen. Und eigentlich hatte ich alles Wissen vor meiner Nase. Aber es ging mir, wie wohl den meisten Pferdemenschen darum, die bestmöglichen Bedingungen für das Pferd zu schaffen, damit wir es reiten können. In meinem Artikel "Ist Reiten schädlich für das Pferd" erwähnte ich Informationen über den Druck auf das Gewebe. Dies war mit ein Auslöser für das Reiten in Intervallen. Doch ich muss eingestehen, dass ich mir die Zahlen eben nicht genau genug angesehen habe.


Fenja

Seit gut 18 Jahren sind Pferde nun ein großer und wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich bin für mein Leben gern geritten und war oft diejenige, die die ‘schwierigen’ Fälle an die Hand bekommen hat, da ich damals, wie Kristina, zu den mutigen Reitern gehörte. Auch ich bin Dressur und Springen geritten, war auf vielen Ausritten und habe diese zum Teil auch in größeren Gruppen als Betreuerin geführt. Ich habe das Reiten geliebt – das Gefühl sich mit diesem großen, starken Wesen zusammen zu bewegen. Niemals hätte ich erwartet, dass ich mich irgendwann vom Reiten abwende; dafür war es für mich viel zu wichtig.

2014 bekam ich dann mein erstes eigenes Pferd; eine Stute namens Garzi. Sie hat für mich ganz neue Welten eröffnet und mein Reiterleben komplett auf den Kopf gestellt. Anfangs habe ich noch ganz klassisch mit ihr gearbeitet und habe mir nichts weiter dabei gedacht. Ich wollte besser werden und weiterkommen. Garzi war da anderer Meinung. Und das hat sie mich in den ersten 2 Jahren zunehmend deutlicher spüren lassen. Das war damals sehr frustrierend für mich und ich habe überall nach Antworten gesucht. Ich hatte Physiotherapeuten, Osteopathen, Sattler, Chiropraktiker und Tierärzte da, um herauszufinden, was bei meiner Stute nicht stimmte, damit ich endlich meine Ziele weiterverfolgen konnte.

Für kurze Zeit wurde es dann oft auch ein klein wenig besser, aber nichts half auf Dauer bis ich endlich anfing Garzi wirklich zuzuhören und nicht die Antworten anderswo zu suchen. Sie war es, die mich Schritt für Schritt, Tag für Tag auf einen anderen Weg gebracht hat. Dieser Weg formte sich immer weiter zu einem viel friedlicheren, feineren Weg mit Pferden, wo die ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe an erster Stelle steht. Bis Mitte 2019 beinhaltete das auch noch ab und zu das Reiten, aber je mehr ich gelernt habe Garzi’s Sprache zu verstehen, desto weniger bin ich geritten – es fühlte sich einfach nicht mehr richtig an. Damals hatte ich jedoch nicht die Zahlen, die meine Entscheidung mit dem Reiten aufzuhören mit Fakten untermauerten. Vor ein paar Wochen war ich mir noch nicht sicher, ob das Reiten, anders aufgebaut, vielleicht irgendwann wieder Teil meines Lebens werden würde. Kristina’s und meine Recherchen machten es für mich jedoch unausweichlich, das Reiten gänzlich aus meinem Leben zu streichen.

 

Während beziehungsweise nach unserem besagten Gespräch begannen wir noch einmal genauer zu recherchieren. Und wir mussten feststellen, dass alle Pferdeprofis, Tierärzte und Wissenschaftler den gleichen Ansatz wie wir verfolgten: Das Pferd vor Schäden bewahren. Wir haben lange gedacht, wenn wir eben diese Ratschläge von bekannten Trainern und Pferdespezialisten beachten, dann werden wir unseren Pferden durch das Reiten eher sogar helfen und sie gesund erhalten. Aber es waren eben diese wissenschaftlichen Studien, die unsere Meinungen zum Reiten grundlegend änderten.


Die Schweizer Rückenstudie

In dieser umfangreichen Studie, die 2019 veröffentlicht wurde, wurde die Rückengesundheit von gerittenen Pferden in der Schweiz analysiert. Es nahmen 248 Pferde an dieser Studie teil.

  • 33% der Studienpferde zeigen Symptome von Rückenschmerzen

  • 32%-52% der Pferde (je nach Lokalisation, HWS, BWS, LWS, ISG) haben radiologische und/oder ultrasonographische Befunde

  • 40% der Pferde sind deutlich geringgradig lahm

  • 90% der Sättel weisen bei der manuellen Satteluntersuchung 1 oder mehrere Passformmängel auf

Oder noch spezifischer:

  • Wirbelgelenkarthrose: HWS: 52% der Pferde mit Grad ≥ 2 !

  • BWS, LWS: 38% der Pferde ≥ Grad 2

  • Kissing spines: 45% der Pferde ≥ Grad 2

  • Veränderungen im Iliosakralgelenk: 32% der Pferde ≥ Grad 2

Es konnte dabei nicht direkt identifiziert werden, dass Schmerzen mit Rittigkeitsproblemen einhergehen. Das deckt sich mit unseren eigenen Beobachtungen. Und obwohl es auch klinisch gesunde Pferde gab, sind dies erschreckende Zahlen.

Als Kristina die Studie das letzte Jahr las dachte sie aber, das betrifft sie bzw. ihr Pferd nicht, obwohl sie ihn neunjährig mit offensichtlichen Rückenprobleme kennenlernte. Aber sie war davon überzeugt, dass sie ihn auch reitend bestmöglich fördern konnte. Denn sein Rücken wurde mit der Zeit stärker und er heilte zu einem Teil auch seelisch.

Fenja hatte auch schon von einigen Studien gehört, sah sich aber auch nicht in der Verantwortung daraufhin etwas zu ändern.

Eine Zusammenfassung der Studie kann in diesem Dokument nachgelesen werden: PDF der Berner Fachhochschule BFH

Hier noch eine weitere Studie zum Thema Rückenwirbelsäule:

"Von den 295 untersuchten Pferden hatten 25 Pferde (8,5 %) keine von der Norm abweichenden Befunde an den Dornfortsätzen. Alle 25 Pferde gehörten zur Gruppe der jungen Pferde (Gruppe A). Bei den restlichen 270 Pferden (91,5 %) waren an den Dornfortsätzen röntgenologisch Abweichungenvon der Norm vorhanden. Am häufigsten traten Veränderungen im Bereich der kaudalen Sattellage auf (T12 bis T18)."

Studie: Röntgenveränderungen an den Dornfortsätzen von 295 klinisch rückengesunden Warmblutpferden


© hedipix/canva.com

Das Gewebe und die Muskeln des Pferderückens

Die nachfolgenden Informationen sind für uns DER ausschlaggebende Grund, dass jeder dringend das Reiten überdenken sollte. Aber wir verurteilen niemanden, der noch nicht an diesem Punkt ist. Es ist ein Prozess, den jeder für sich in seinem Tempo gehen muss.

Zu Beginn ist zu sagen, dass die Zahlen aus verschiedenen Studien nicht immer ganz vergleichbar sind. Zudem werden manchmal grössere Druckbereiche erwähnt, die mehr oder weniger viel Interpretationsspielraum lassen. Unser Ziel war es, möglichst viele verschiedene Studien dazu anzuschauen und anschliessend die Ergebnisse in Relation zu setzen.

Untersuchungsergebnisse an Hunden, Schweinen und Menschen zeigten, dass bei einem Druck von 0.07-0.14 kg/cm2 (70-140 g/cm2) die Blutzirkulation vollständig verhindert wird. Diese vollständige Blockierung wird beim Pferd selbst bei höherem Druck nur durch anhaltende Bewegung verhindert. (Quelle: Mary Wanless, "Zum Wohle des Pferdes", S. 111.)

Wichtig ist dabei auch zu wissen, dass der Druck potenziell steigt, je höher die Gangart des Pferdes wird. Die nachfolgenden Zahlen gelten für Pferde ohne sichtbare Gewebeschäden. Die Pferde wurden mit ihren gewohnten Sätteln und von ihren Reitern geritten. Sensoren unter dem Sattel haben den Druck aufgezeichnet.

Pferd-Mensch-Paar 1

Schritt Pferd 1: 0.08 kg/cm2 (80 g/cm2)

Trab Pferd 1: 0.10 kg/cm2 (100 g/cm2)

Galopp Pferd 1: 0.11 kg/cm2 (110 g/cm2)

Pferd-Mensch-Paar 2

Schritt Pferd 2: 0.14 kg/cm2 (140 g/cm2)

Trab Pferd 2: 0.24 kg/cm2 (240 g/cm2)

Galopp Pferd 2: 0.25 kg/cm2 (251 g/cm2)

Der Druck bei Pferden mit erkennbaren Schmerzen und Druckschäden waren deutlich höher, als die hier erwähnten Zahlen. Es besteht kein Unterschied zwischen Pferderassen bzgl. der Druckempfindlichkeit.

(Quelle: Relationship between saddle pressure measurements and clinical signs of saddle soreness at the withers)

Aber was bedeuten all diese Zahlen?

Der höchste Druck in einem Kappilarbett beträgt ca. 0,75 psi (Dr. Joyce Harman, Journal of Veterinary Science Volume 14 No. 11, 1994). Das sind 0.05 kg/cm2 (50 g/cm2).

Eine Sattelfläche ist im Durchschnitt 900 cm2 groß. Um den Druck in den Kapillaren nicht zu überschreiten und die Blutzirkulation nicht einzuschränken, dürfen Sattel und Reiter demnach nicht über 45 kg wiegen. Das macht andere Studien zum Reitergewicht praktisch unnötig.

Zurück zu den Zahlen aus dem Buch von Mary Wanless.

Bei einem Druck von 0.07 kg/cm2 (70 g/cm2), stellt sich die Blutzirkulation auf die gesamte Sattelfläche gerechnet bei einem konstanten Gewicht von 63 kg ab. Bei 0.14 kg/cm2 (140 g/cm2) stellt sich die Blutzirkulation mit 126 kg Last durch Sattel und Reiter ab. Also noch mal ganz klar gesagt: Diese Zahlen beschreiben den Druck, bei dem die Blutzirkulation zum Stillstand kommt! Das Gewicht muss also in jeder Gangart deutlich unter diesem Wert bleiben und den Normaldruck im Kapillarbett nicht überschreiten, um das Gewebe nicht negativ zu beeinflussen. Bitte schaut euch hierzu noch einmal die Zahlen in kg/cm2 zu den Gangarten an.

Wenn wir von einer Gesamtbelastung von maximal 45 kg ausgehen, abzüglich dem Gewicht vom Sattel mit ca. 10 kg, dann sollte jedem erwachsenen Reiter klar sein, dass sein Tun dem Pferd schadet und Schmerzen verursacht. Zu beachten ist auch, dass nicht nur der Sattel hierfür PERFEKT sitzen muss, was die wenigsten trotz Anpassung tun, sondern auch der Reiter in perfekter Balance sitzen muss. Diese Parameter sind fast unmöglich zu erfüllen.

Aus der Humanforschung ist bekannt:

"Konstante Druckeinwirkungen von > 32 mmHg (= 0.043 kg/cm2 oder 43,5 g/cm2) während mehr als zwei Stunden führten erwiesenermaßen zu signifikanten Gewebeschäden der Haut und der darunterliegenden Muskulatur (Holloway 1975). Die bisher ermittelten Druckwerte unter dem Sattel entsprechen einem Vielfachen dessen." (Quelle: https://www.pferdeheilkunde.de/10.21836/PEM20050301)

Ein noch dramatischerer Wert als bereits oben berichtet. Ab wann das Pferd davon von Außen sichtbare Schäden davon trägt, kann nicht verallgemeinert gesagt werden.

Was definitiv entsteht ist Schmerz!

Es ist gar nicht anders möglich, als dass Schmerzen entstehen, da der durch den Reiter ausgeübte Druck signifikant höher ist, als der normale Druck in den Kapillaren. Da der Druck bei höherer Gangart noch weiter steigt, wie oben beschrieben, wird die Blutzirkulation trotz der Bewegung mindestens stark eingeschränkt.



Eine Stimme für die Pferde

Einige Pferde äußern ihr Unbehagen durch das Reiten sehr deutlich. Das Pferd auf dem oberen Bild zeigt bereits viele Anzeichen von Unwohlsein und Schmerz (Augenform eher dreieckig und Falten darüber, Blickrichtung nach unten und innen, Ohrenstellung seitlich nach unten). Andere Pferde tun dies, zumindest situationsbedingt, weniger. Fotos decken ihren körperlichen und emotionalen Zustand meist am Besten auf. Auch wenn diese dann oft als Momentaufnahmen angesehen werden, oder der Mensch noch nicht genug für diese Zeichen sensibilisiert ist. Bei einigen Pferden, bzw. eben je nach Situation, sieht und spürt man es aber tatsächlich wenig. Signifikant ist, dass man als Reiter das Gefühl hat, dass das Pferd ebenfalls Freude am Reiten empfindet. Wir haben uns gefragt, woran das liegen könnte. Hier ein paar Erklärungsansätze:

  • Das Pferd wird darauf konditioniert sich reiten zu lassen. Viele Pferde werden bereits in deutlich zu jungem Alter angeritten, in dem sie leichter zu beherrschen und zu unterwerfen sind.

  • Durch die Ausschüttung von morphinartigen Substanzen wird das Schmerzempfinden unterdrückt. Andere Botenstoffen wie Adrenalin und Noradrenalin können für eine Art Rauschzustand sorgen.

  • Pferde wissen meist sehr genau, dass der Mensch immer und immer wieder nachfragen wird. Obwohl ein Nein von manchen Pferdeausbildern für den Moment akzeptiert wird, so stellt es auf lange Sicht keine Option dar.

  • Die meisten Pferde kooperieren von Natur aus sehr gerne und ausgeprägt, vor allem wenn sie eine Bindung zu ihrem Menschen aufgebaut haben. Andere, die stark dominiert werden, versuchen Konflikte zu vermeiden.

  • Jedes Pferd befindet sich in einer Abhängigkeit vom Menschen und hat dadurch eingeschränkte Wahlmöglichkeiten.

  • Da oftmals kein Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und der Rittigkeit zu beobachten sind, macht der Reiter weiter wie gehabt und das Pferd gerät in eine Form der erlernten Hilflosigkeit.

Weitere Gründe sind möglich. Der Punkt der Konditionierung von Mensch und Pferd wird oftmals noch nicht kritisch genug betrachtet. Der Mensch empfindet vieles als normal, was es in Wirklichkeit nicht ist. Es ist uns daher wichtig, unsere Stimmen für die Pferde zu erheben.


Unsere Schlussfolgerungen

Kristina

Ich wollte es nicht sehen, ich wollte es nicht wahrhaben. Ich wollte an der Reittradition festhalten und mir nicht eingestehen, dass ich Pferden Schmerzen zufüge. Doch genau das habe ich über Jahre getan. Und sie haben es selten bis nie gezeigt. Und auch dein Pferd wird es dir mit großer Wahrscheinlichkeit nicht direkt genug zeigen. Denn wir haben sie zum einen darauf konditioniert was passiert wenn sie sich wehren und zum anderen wollen sie gefallen und kooperieren. So wird auch ein Pferd, das auf die sanfteste aller Weisen angeritten und geritten wird, zwangsläufig Schmerzen dabei haben. Das ist für mich immer noch unbegreiflich. Aber alle Studien sprechen für mich eine klare Sprache.

Nein, es fällt mir nicht leicht das Reiten aufzugeben. Löst es doch positive Gefühle in mir aus. Aber wie kann ich sagen, dass ich Pferde liebe und ihnen gleichzeitig wissentlich Schmerzen zufügen? Sie sind nicht dazu da, dass ich mich gut fühle. Sie schulden mir nichts!

Daher steht mein Entschluss fest, dass ich kein Pferd mehr reiten werde. Es ist nicht möglich, nach allem was ich jetzt weiß. Kein Pferd muss geritten werden, um gesund und glücklich zu sein. Ganz im Gegenteil! Ich habe bereits andere Wege gefunden mit Pferden zusammen zu sein und zu tanzen. Wunderbar erfüllende Gefühle inklusive. Und auch wenn ich manche dieser Dinge ebenfalls in der nächsten Zeit in Bezug auf die wirkliche Pferdefreundlichkeit weiter kritisch anschauen werde, so bin ich froh endlich aufgewacht zu sein.


Fenja

Zu dem Zeitpunkt als Kristina und ich uns entschlossen haben dieses Thema näher zu betrachten, hatte ich mich schon aus diversen anderen Gründen dazu entschieden, dass das Reiten für mich nicht mehr vertretbar ist. Ich kannte zuvor auch einige Studien, hatte sie mir aber nie genauer angeguckt. Dies hat sich nun geändert und obwohl meine Entscheidung schon gefallen war, war ich wirklich zunehmend geschockt als wir uns all die Zahlen näher anguckten. Ich fragte mich: wie kann man denn überhaupt noch in Betracht ziehen zu Reiten, wenn dieses Wissen schon in der Welt kursiert? Und trotzdem fiel es mir schwer das Reiten gänzlich aufzugeben.

Ich hatte das große Glück, dass meine Stute das Ganze nicht einfach hat über sich ergehen lassen. Aber ich sehe um mich herum regelmäßig noch viel zu viele Pferde, die ihr Leid weiterhin still ertragen müssen. Die meisten Pferde tun alles, um Konflikten aus dem Weg zu gehen – sie haben gelernt, dass der Mensch so lange fragt, bis sie sich dem Willen des Menschen fügen. Und die wenigen Pferde, die dies nicht tun, werden mit härteren Mitteln gebrochen oder von verzweifelten Menschen auf ihren letzten Weg gebracht.

Mein Entschluss nicht mehr zu Reiten hat sich durch die Gespräche mit Kristina und unsere Recherchen zu dem Thema noch weiter gefestigt. Ich könnte nicht mehr guten Gewissens auf den Rücken eines Pferdes steigen, wohl wissend, dass ich damit diesem gutmütigen Wesen schade. Was gibt uns das Recht die Pferde so zu benutzen? Wie Kristina oben schon erwähnt hat, kein Pferd muss geritten werden, um gesund und glücklich zu sein! Es gibt viele andere erfüllende Wege unsere Zeit mit den Pferden zu verbringen. Wenn wir es zulassen, können wir unglaublich viel von ihnen lernen. Das Einzige was wir dafür tun müssen, ist still werden, sie sprechen lassen, unsere Herzen und all unsere anderen Sinne öffnen, um herauszufinden was sie uns lehren wollen.

 

Hier bekommst du unseren Artikel als PDF zusammengefasst:

Warum wir mit dem Reiten aufhören_PDF
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